Ausflug nach EDDL mit dem privaten UL – Corona machts möglich

Anflug 23Links

Den Verkehrsflughafen Düsseldorf anzufliegen ist für unsere Vereinskameraden, die Berufspiloten sind, sicherlich in normalen Zeiten ein ‚tägliches Brot‘. Aber als Privatpilot einen der verkehrsreichsten Flughäfen Deutschlands anzufliegen ist eine ganz andere Sache. Nun, normal sind diese Zeiten nicht. Und somit ergeben sich auch mal Möglichkeiten, die man sonst nicht hat. Inspiriert durch einen Artikel im Fliegermagazin haben sich unsere Vereinskameraden Ingo und Walter mit Ihrer C42 am letzten Freitag dieser Herausforderung gestellt. 

Vorab ein kurzer Anruf bei der Luftaufsicht brachte die erhoffte Bestätigung, dass man tatsächlich auch mit einem UL in Düsseldorf landen darf, und – viel wichtiger -, dass man auch derzeit wirklich nicht stört. Die Strecke Hünsborn – Düsseldorf ist tatsächlich kürzer als man denkt, man fliegt sie leider viel zu selten. 

Überflug Terminal Düsseldorf

Am frühen Abend abgehoben verlief der Flug tatsächlich ‚ereignislos‘ bis Erreichen der Kontrollzone. Ausnahmsweise mal ordentlich beim Turm gemeldet, und tatsächlich sofort und entspannt den Einflug in die Kontrollzone genehmigt bekommen. Und während Pilot Ingo noch darüber grübelte, wo er denn die geforderte Meldung ‚2 Meilen südlich des Platzes‘ absetzen sollte, meldete Düsseldorf Turm bereits: ‚machen Sie einen Direktanflug, Piste 23L Landung frei‘. Gerne doch, dachte sich die Besatzung. Und dann kam der Augenblick, der mit Geld nicht zu bezahlen ist: Eindrehen ins Final, Piste 23L. Ein Gefühl wie ein Airliner. Der Turm bat dann noch darum, doch eine lange Landung zu machen…eine LANGE Landung. Und dies bot sicherlich dem ein oder anderen am Boden ein seltenes Spektakel: eine C42 schwebt mit vergleichsweise schneckenartigen 100 km/h ganz lange über die Bahn, und setzt ganz am Ende auf. 

am General Aviation Terminal….oder anders: ich bin ganz klein

Der Kaffee im General Aviation Terminal schien mit EUR 51,00 auf den ersten Blick recht teuer, dafür waren aber Start- und Landegebühren und Ground Handling (mit Follow-Me Auto!) schon drin. Spaß beiseite, überschaubare Gebühren sind das allemal.

Den Rückflug führte dann Walter durch. Und kam in den vollen Genuss der Funkfrequenzen am Düsseldorfer Flughafen. Anders als an anderen Plätzen hat Düsseldorf nicht nur die Turm- und die Ground-Frequenz, sondern auch noch die ‚Delivery‘. Nun, das Catering war für den Tag eher übersichtlich und beendet, und somit meldete man sich dann dann beim Düsseldorf Delivery, die einem auch freundlich das Anlassen erlaubten (!). Weiter ging´s zur Rollkontrolle, die die beiden Hünsborner Piloten erst zur aktiven Piste 23L schicken wollte. Als ‚Ground‘ dann merkte, dass das rund 3km Rollen für das UL bedeutet hätte, bot man einfach die andere Richtung an. Piste 05 R war fix erreicht, Umschalten auf Düsseldorf Turm, und sofort die Startfreigabe zum Start erhalten. Die genehmigte Rechtskurve machte nicht nur für den gegenüber wartenden Verkehr die Piste frei, sondern ermöglichte auch seltene Fotomotive vom Flughafen. 

Start auf der ’05 Rechts‘

Viel zu schnell gelangten die zwei Hünsborner wieder über den Pflichtmeldepunkt ‚Echo‘ aus der Kontrollzone und zurück nach Hünsborn. Ein Ausflug, der sich gelohnt hatte und Lust auf neue Herausforderungen gemacht hatte.   

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Tausend Nautische Meilen und 12,5 h Flugstunden – das ist die Bilanz der Adria-Tour unserer Mitglieder Lars und Sven von Anfang Juni 2019

Nachdem die Tour zunächst um einen Monat verschoben werden musste, sollte Anfang Juni die Gesamtwetterlage stimmen, um einen solchen Flug planen und darstellen zu können. Die Alpen stellen in der Sichtfliegerei, nach wie vor, ein Hindernis dar. Wolkenuntergrenzen, Sichten, Niederschläge, Vereisung und Wind. All dies sind Phänomene, die enormen Einfluss auf den Flugweg haben. Zudem müssen Karten beschafft und Hotels gebucht werden – und dann muss schlussendlich natürlich der Flieger technisch einwandfrei sein.

So entschieden sich die zwei den Hinflug über die östlichen Alpen zu führen, denn hier sollte das Wetter stabiler sein. Da der Motorsegler „D-KNUS“ mit einer Tankfüllung „nur“ ca. 4 h fliegen kann, wurde ein Tankstopp in Salzburg geplant. 

Endanflug auf die „Piste 15“ in Salzburg – 15 steht für 150 Grad auf der Kompassrose, also nach Süd-Osten

Nach einer Nacht im Hotel ging es am Folgetag weiter nach Süden. Die Alpen sollten von hier aus über die Tauern-Route und die Karawanken in den slowenischen Luftraum hinein überquert werden. Von dort etwas östlich an Trieste vorbei in Richtung Pula und von dort direkt zur Insel Lošinj, in der kroatischen Adria.

Hier ein Blick in die Flugplanung von den beiden – Moderne Apps mit tagesaktuellen Informationen erleichtern heutzutage die Flugplanung enorm

Am Morgen des 2. Fluges wurden die zwei von der Information über eine groß angelegte Militärübung „Adriatic Strike“ überrascht. Viele Luftraumsperrungen und Gewitter auf der Ausweichroute hätten den Flug fast unmöglich gemacht. Aber auch Soldaten machen Mittagspause. Das Zeitfenster von zwei Stunden nutzen Lars und Sven um den slowenischen Luftraum zu queren.

Eine einzelne Überentwicklung -stark türmende Kumuluswolke – musste im Luftraum „Golf“ nahe Divaca umflogen werden – die Fluglotsen in Slowenien waren sehr hilfsbereit und ermöglichten alle Routenwünsche

Tolle Blicke über den Wolken waren hier zu Erstaunen. Dennoch gilt: Immer einen Plan B, manchmal auch C, in der Tasche zu haben. Wenn der Motor oder das Navigationssystem ausfallen würden, sollte ein Wolken-Loch erreichbar sein, um wieder unter die Wolken sinken zu können.

Das Thema „Resourcen-Nutzung“ ist in der Fliegerei enorm wichtig. Sven bringt umfangreiche Erfahrungen im Alpensegelflug mit, Lars hat weit über 7.000 h Erfahrung auf Verkehrsflugzeugen und in Lufträumen im Ausland. Eine perfekte Mischung, wenn es darum geht einen solchen Flug darzustellen. 

„Wenn man dann noch den gleichen Anspruch an Sicherheit hat und weiß, wie der andere Crew-Member arbeitet, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen“ resümiert Lars. Die zwei sind zudem privat sehr gut befreundet.

Sicher ist sicher- und trotzdem Spaß dabei! Bei Flügen über Wasser ist das Mitführen von Schwimmwesten „Pflicht“
Insel Unije im Landeanflug auf Lošinj

Nach einer weiteren Nacht im Urlaubsort Lošinj ging es am Folgetag (Tag 3) weiter nach Venedig, denn der Rückflug sollte über den Brennerpass führen.

Leider verzögerte sich der Start wieder wegen der Militärübung und aufgrund von tief liegender Bewölkung. Ein Flug über Wasser muss immer mindestens 150 m, besser 300 m hoch geführt werden. Daran war nicht zu denken. Also übten sich Lars und Sven im Warten, einer Eigenschaft, die in der Sichtfliegerei oft die bessere Wahl ist.

Kurz vor dem Anflug in Venedig – Die Sichten in der Po-Ebene sind im Sommer oft eingeschränkt.

Wenn man nun schonmal in der Gegend war, musste Venedig ein Besuch abgestattet werden. Hierfür bot sich der kleine Flugplatz Nicelli auf der Insel Lido an, von der man mit dem Boot wunderbar in die Innenstadt fahren kann.

Ein weiterer spannender Blick auf die Lagunenstadt

Eine Pizza musste sein, wenngleich auch zu recht stolzen Preisen. Dann ging es recht bald ins Hotel, um genug Schlaf zu bekommen. Der Rückflug sollte anstrengend werden…

Am letzten Tag waren knapp 5 Flugstunden und ein Tankstopp geplant. Recht früh klingelte der Wecker, um den Flug zu planen. Die Brenner-Route wurde von den Meteorologen „frei“ gemeldet, allerdings wurde dazu ein starker Südwind vorhergesagt. Diese Konstellation bringt sog. Föhn-Effekte und Turbulenz über den Alpen und vor allem auf der Alpen-Nordseite mit sich. Schnell wurde klar, dass sich somit die Flugroute immer mit viel Puffer zu Gelände und Wolken orientieren musste. In den Höhen um 3.000 m hat unsere KNUS aufgrund der einfachen 4-Takt-Motorentechnik (ohne Turbolader) keinerlei Leistungsreserven mehr.

Hier zu sehen das „Flight Management System“ in Arbeit. In 3200 m kurz vor Brixen. Im Hintergrund ist der schneebedeckte Alpenhauptkamm zu sehen

„Wenn man aber weiß, was einen erwartet, ist es halb so schlimm“, sagt Sven im Nachgang. „Hinter Garmisch war wieder alles ruhig.“

Der Tankstopp und ein zünftiges Mittagessen fanden in Tannhein bei Memmingen statt, bevor die zwei zum letzten Teilstück aufbrachen

Via Stuttgart und Koblenz ging es zurück in die Heimat. Pünktlich, eine Stunde vor dem einsetzenden Gewitter, stand unsere KNUS wieder sicher und gereinigt in der Halle.

Wohin die nächste Tour der beiden führt? Sie wissen es selbst noch nicht. Wir werden es erfahren 😉

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Technische Daten unserer „KNUS“ und von den anderen Flugzeugen gibt es hier.

Wer Lust bekommen hat, selbst Pilot zu werden um auch die Welt durch die Luft bereisen zu können: Wir bieten Einführungsflüge an, um den Luftsport besser kennlernen zu können.