Von Hünsborn bis Italien – Aeroclub Sommertour 2025

Mit den ersten warmen Tagen wächst auch wieder die Lust auf längere Flüge und kleine Abenteuer. Wir werfen einen Blick zurück auf die Sommertour 2025. Viel Freude beim Lesen des persönlichen Reiseberichts unseres Vereinsmitglieds Ingo Buchwald.

Italien im 3. Anlauf

Es war zum Verzweifeln. Bereits zweimal hatte eine Gruppe von Echo- und Ultraleichtfliegern aus ganz NRW in den letzten Jahren versucht, über die Alpen Richtung Italien zu kommen. Trotz bester Absichten hatte immer das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch diesmal war Petrus milde gestimmt. Und somit konnten sich die 20 Piloten und Pilotinnen samt LSVH-Mitglied Ingo Buchwald endlich Mitte Juli auf den Weg machen. 

Die Sommertour startete diesmal in Leutkirch im Allgäu. Von dort aus sollte auch der Einstieg in die Alpen gelingen. Eine der bekanntesten sogenannten ‚GAFOR‘-Routen durch die Alpen führt über Innsbruck, dann südlich über den Brenner-Pass. Dichte Bewölkung lag auf den Bergspitzen und machte den ersten Teil der Alpenüberquerung durch die Täler eher ’spannend‘. Doch je mehr sich die 2 Flieger-Formationen aus ‚Echos‘ und ‚Ultraleichtfliegern‘ dem wunderschönen Südtirol näherten, desto besser wurde das Wetter. Belohnt wurden die Formationen nach ihrer ersten Landung in Trient (Trento) mit Sonnenschein und sommerlichen 30 Grad Lufttemperatur. 

Eigentlich war geplant, sofort weiter Richtung Süden zu fliegen, doch der Gardasee war verlockend nahe. Also kurz umgeplant, und nach dem Start einen ausgiebigen Schlenker über den Gardasee geflogen, der aus der Luft noch einmal so beeindruckend war. Der weitere Flug führte an Verona vorbei bis zum Flugplatz Ozzano in der Nähe von Bologna. Weil Gewitter vorhergesagt waren, entschied sich die Truppe, noch eine weitere Nacht in der wirklich sehenswerten Metropole zu bleiben. Dass die italienische Kulinarik nicht zu kurz blieb, war selbstverständlich. 

Am nächsten Morgen sollte es noch ein Stück weiter südlich gehen, bis in die Nähe von Pisa. Manchmal hätte man im Flug stehen bleiben wollen, denn die Landschaft sieht in Wirklichkeit tatsächlich genau so aus, wie man sich die Toskana eben so vorstellt. Nach einer ausgiebigen Pause wurde Kurs Nord-Ost genommen, wunderbar an der italienischen Ostküste entlang, bis zum Tagesziel Venedig. Im Queranflug auf den Flugplatz Lido fliegt man tatsächlich direkt auf Venedig zu, und Ingo musste aufpassen, vor lauter Begeisterung und Fotografieren auch noch den Endanflug ordentlich einzuleiten. Der Flugplatz Lido ist tatsächlich eine Geschichte für sich. Das gepflegte Empfangsgebäude aus den 1930er Jahren versetzt jeden Besucher in eine vergangene Zeit. Passend dazu kam, daß die Firma Junkers Aircraft genau an diesen Tagen eine Vertriebsveranstaltung am Platz organisierte. Wer bekommt schon mal gleich 3 Stück Junkers F13  (das sind die, wo nur die Passagiere in der Kabine saßen, die Piloten saßen draußen!) und Junkers A50 zu sehen. Und das nicht nur am Boden, sondern auch fliegend!

Weiter ging es östlich der Adria entlang, vorbei an der Hafenstadt Triest, bis nach Kroatien. Genauer gesagt nach Vrsar in Istrien. Hier belohnte der spektakuläre Endanflug über den Limfjord auf die Piste ’36‘ des lokalen Flughafens. 

Das südlichste Leg der Reise sollte das wahrscheinlich auch sehenswerteste sein. Die Truppe flog entspannt an der kroatischen Küste entlang. Mit seinen gefühlt tausend vorgelagerten Inseln und ‚Inselchen‘ bietet die Küste einen spektakulären Anblick für die Piloten. Glasklares, türkisblaues Wasser kann in der Karibik nicht besser sein. Der Flug führte an Split vorbei bis zur Insel Hvar. Dass die Insel eine wunderschöne Hafen-Altstadt hat, scheint sich nicht nur bei Jacht-Besitzern, sondern auch vielen jungen Party-People herumgesprochen zu haben. 

Leider näherte sich die Tour auch schon wieder dem Ende zu, und mit Zwischenstopps in Vrsar und Trient ging es auch schon wieder Richtung Heimat. Diesmal zeigten sich die Alpen von ihrer allerschönsten Seite, mit viel Sonnenschein und kaum Bewölkung. So macht Alpen-Fliegen richtig Spaß und macht ganz viel Lust auf die nächsten Touren durch die Berge. Beim 3. Versuch hat Italien geklappt, und es soll nach dieser Tour nicht das letzte Mal sein!

Statement zum Flugunfall am 23. Mai 2026

Der tragische Flugunfall am 23. Mai nahe unseres Flugplatzes in Hünsborn hat uns tief erschüttert. Unsere Anteilnahme und unser tiefstes Mitgefühl gelten den Verunfallten, ihren Familien sowie den Mitgliedern unseres betroffenen Nachbarvereins.

Ein solches Ereignis zeigt, wie unverzichtbar professionelle Hilfe in Extremsituationen ist. Im Namen des gesamten Vereins möchten wir uns von ganzem Herzen bei allen Rettungskräften, dem DRK sowie der Notfallseelsorge bedanken. Ihr schnelles Eintreffen, ihre Professionalität und ihre zutiefst menschliche Begleitung vor Ort und in den Tagen danach haben den betroffenen Familien, unseren Mitgliedern und Helfern und auch unseren Nachbarvereinen unendlich viel Halt gegeben.

Einige fragen, warum wir nach einem solchen Schock den Flugbetrieb fortsetzen und kommende Veranstaltungen planen. Die Antwort liegt in unserem Sport selbst: So wie ein schwerer Unfall im alltäglichen Straßenverkehr uns schmerzhaft mahnt, aber niemanden dazu bewegt, das Autofahren grundsätzlich aufzugeben, so verhält es sich auch mit der Fliegerei. Das Fliegen basiert für uns auf strenger Disziplin, kontinuierlichem Training und dem Vertrauen in die Technik und unsere Gemeinschaft. In dieser engen Gemeinschaft finden wir auch die nötige Kraft, das Geschehene aufzuarbeiten und zu verarbeiten. Unseren Sport aufzugeben hieße auch, diese verbindende Gemeinschaft und unsere Leidenschaft aufzugeben. Deshalb richten wir den Blick nun wieder nach vorne und gehen schrittweise in die Zukunft.

Wir bitten um Verständnis, dass der Verein im Sinne der betroffenen Familien und zur Wahrung der Privatsphäre unserer Mitglieder keine weiteren Presseanfragen beantworten wird.

Der Vorstand
LSV Hünsborn e.V.

Der LSVH wünscht frohe Weihnachten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns bei allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern des Luftsportvereins Hünsborn herzlich zu bedanken. Vor allem für das große Engagement im Vereinsleben!
Wir wünschen allen frohe und erholsame Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr. Wir freuen uns schon auf unsere Winterwanderung am 03.01., bei der wir das neue Jahr gemeinsam begrüßen und in geselliger Runde zusammenkommen!
Wir wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit und freuen uns auf viel gemeinsame Zeit auf dem Flugplatz und in der Luft im kommenden Jahr.

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